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Arbeitsgruppe Wally

Im Mittelpunkt unserer Forschung steht die Identifizierung von Zielmolekülen für die Behandlung verschiedener Aspekte von EB, sowie die Entwicklung von Methoden zur Frühdiagnostik von Hautkrebs bei EB-Betroffenen.

miRNAs als Ansatzpunkt für die Krebsbekämpfung bei EB

Die Entdeckung kleiner RNAs, sogenannter mikro(mi)RNAs, stellte einen Durchbruch beim Verständnis zellulärer Prozesse bei der Krebsentstehung dar. ForscherInnen fanden heraus, dass verschiedene mikro-RNAs eine wichtige Rolle bei der Tumorentstehung spielen, insbesondere bei der Entstehung von Metastasen.
Da bei der rezessiv-dystrophen EB ein extrem hohes Risiko besteht, Hautkrebs zu entwickeln und dieser kaum behandelbar ist, ist es unser Ziel, die Rolle von miRNAs bei der Tumorentstehung bei EB-Betroffenen zu erforschen. Dabei möchten wir einerseits jene miRNAs identifizieren, die als Behandlungsziel in Frage kommen, aber auch solche, die eine Diagnostik und Früherkennung ermöglichen. Tumore entstehen bei RDEB zumeist aus chronischen Wunden. Sie sind oft schwer erkennbar, da sie optisch nur schwer vom Wundgewebe zu unterscheiden sind. Durch die Analyse eines miRNAs-Fingerabdruckes könnten Biopsien zur Erkennung von Tumorgewebe auf ein Minimum reduziert werden.

 

Butterfly

„Unser Ziel ist es, neue Behandlungen für die verschiedensten Aspekte von EB zu entwickeln und somit die Lebensqualität unserer Patienten nachhaltig zu verbessern.”


Priv.-Doz. Dr. Verena Wally, Leiterin Arbeitsgruppe Wally

Der medikamentöse Angriff von miRNAs, denen eine Rolle bei der Krebsentstehung zugeordnet werden kann, ist auf verschiedenen Wegen möglich. Einerseits kann man eine fehlende miRNA ersetzen oder eine im Übermaß vorhandene binden und unschädlich machen. Andererseits besteht die Möglichkeit, den Effekt bereits bekannter Arzneimittel auf eine bestimmte miRNA zu untersuchen. Beide Ansätze wären lokal, aber auch systemisch anwendbar und könnten nicht nur einen Tumor selbst angreifen, sondern auch eine Metastasierung verhindern.

 

Kleine Moleküle - Transportmöglichkeiten für Medikamente

Strategien zum Einbringen eines Medikaments in die Haut zu untersuchen ist ein weiters Ziel unserer Forschung. Dafür sollen verschiedene kleine Moleküle, die als Transportmittel für Arzneistoffe verwendet werden können wie bspw. Liposomen* sowie Exosomen**, auf ihr Potential und ihre Effizienz hin untersucht werden. Während Liposomen bereits in der Kosmetik und Medizin Anwendung gefunden haben, sind Exosomen als Transporter noch in der Erforschung. Die natürliche Funktion von Exosomen ist die Überbringung von Nachrichten (z.B. in Form von miRNA) von einer Zelle oder einem Zelltyp zu einer/m anderen. Diese Eigenschaft soll ausgenützt werden, da dies den Vorteil hat, dass Exosomen von PatientInnen selbst gewonnen werden können. Sie sollten somit gut verträglich sein und könnten dabei eine gewebsspezifische Wirkung ermöglichen.

 

Therapeutische Moleküle

Schließlich beschäftigen wir uns auch mit anderen kurzen DNA- und RNA-Molekülen, wie z.B. Aptameren und Antisense-Oligonukleotiden, die ein hohes therapeutisches Potential haben und besonders in der Wundheilung eingesetzt werden können.

 

Team: Dr. Verena Wally (Leitung),  Dr. Thomas Lettner, Mag. Dr. Manuela Reisenberger, Michael Ablinger, MSc, Monika Wimmer, MSc, Roland Zauner, MSc, Dr. Mathias Brandlmaier, Theresa Palmetzhofer, BSc, Dr. Johannes Bischof, Julia Illmer, BSc

Mehr Informationen zu den Mitarbeitern der Arbeitsgruppe Wally


GUT ZU WISSEN:

*Liposomen sind kleine Ölkügelchen, die von Zellen aufgenommen werden können.
**Exosomen werden von Zellen abgegeben, um "Informationen" an eine andere Zelle zu senden.

 

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